Montessori Kempten wächst weiter

Infotag Schülerzahl steigt auf 160. Einrichtungsleiter will erweitern

Kempten 160 Schüler gehen aktuell in die Kemptener Montessori-Schule - 77 Kinder in die Grund- und 83 in die Mittelschule. Zum Vergleich: Voriges Schuljahr waren es noch 153 Schüler und davor 135, erklärte Einrichtungsleiter August Braun beim Infotag. Viele Eltern schauten sich an diesem Samstag die Bildungseinrichtung an und informierten sich über die Angebote, Lernmethoden und Philosophie von Montessori.

Fürs kommende Schuljahr plant Braun bereits mit 175 Schülern: "Wegen der enormen Nachfrage nach Schulplätzen wollen wir unser Raumangebot weiter ausbauen." Derzeit laufen Gespräche, um weitere Schul- und Fachzimmer in angrenzenden Räumen zu belegen. Ebenso werde darüber nachgedacht, eine zweite Kindergarten-Gruppe ins Leben zu rufen. Aktuell werden in der einen Gruppe 20 Kinder betreut - genau so viele im Jahr davor.

Die ersten MOS-Schüler machen ihr Fachabitur


Im Laufe dieses Schuljahrs wollen zudem die ersten Montessori-Schüler ihr Fachabitur machen: Nachdem wie berichtet voriges Schuljahr die Montessori-Fachoberschule (MOS Allgäu) aus der Taufe gehoben wurde, treten im Mai und Juni die ersten Jugendlichen zu den Prüfungen im Fachbereich Gestaltung an.

Damit Bildung nachhaltig gelingt, brauche man eine Vision, sagte Braun in seiner Begrüßungsrede beim Infotag vor vielen Besuchern. "Unser Ziel ist, Bildung vom Kindergarten bis zum Abitur anzubieten." Der Träger, die Augsburger Gesellschaft für Lehmbau, Bildung und Arbeit, ermögliche es nun, dass Kinder vom Kindergarten bis zum Fachabitur den Montessori-Weg beschreiten können.

"Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man in der Schule gelernt hat", sagte Gastredner Thomas Gehring. Für den Landtagsabgeordneten der Grünen habe das vordergründige Lernen - "sich etwas schnell hineinziehen, zur Prüfung bringen und danach wieder ausspucken" - nichts mit Bildung zu tun. Erst wenn man etwas erfahren, begriffen und selbst gestaltet hat, sei man gebildet. Und genau das werde an Montessori-Schulen vermittelt. Die bayerische Bildungspolitik sei diesbezüglich "zu langsam, zu sehr von Schubladendenken geprägt" und reagiere zu wenig. "Da müssen wir etwas verändern." Ebenso müssten Montessori-Schulen finanziell besser vom Freistaat Bayern unterstützt werden.

Kempten wurde berichtet vom Freistaat als Modellregion für Inklusion ausgewählt. Gehring will sich dafür einsetzen, dass dabei auch Schulen in freier Trägerschaft wie Montessori miteinbezogen werden.

Beim Infotag lernten die Besucher darüber hinaus kenne, mit welchem speziellen Material die Montessori-Schüler etwa Bruchrechnen, Multiplizieren oder Wörter erlernen. Ebenso stellte sich jeder Teilbereich der Einrichtung vor. (kk)